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Ohne Strom – Ohne Waschmaschine?

Ohne Strom – Ohne Waschmaschine?

Ein Leben ohne Strom können wir uns fast nicht vorstellen. Das liegt einerseits an der für uns als Selbstverständlich empfundenen Verfügbarkeit, aber auch auch unserer starken Abhängigkeit. Eine Leserin hatte mir erzählt, dass sie, nach dem Lesen von „Ohne Strom – Wo sind deine Grenzen?“ in der Familie ein kleiness Experiment gestartet hatte. Es freut mich, dass sie meiner Bitte entgegen gekommen ist, und einen Bericht darüber verfasst hat:

Ohne Strom – Ohne (frische) Wäsche?

Was ziehe ich heute an …?

Während des Lesens wurden mir weitreichende Folgen eines Stromausfalls bewußt, an die ich vorher gar nicht gedacht hatte, wie z.B. die nicht funktionierende Toilettenspülung oder auch die Heizung bzw. Warmwasserversorgung. Neben der fehlenden Duschmöglichkeit mangelt es natürlich auch an einer Waschmaschine. Was zunächst nach einem Luxusproblem klingen mag, führt schnell zur altbekannten Frage: Was ziehe ich heute an…?

Das brachte die Idee nach einem Praxistest: Wie lange kann eine 3-köpfige Familie nebst 12 Pfoten ohne Waschmaschine gesellschaftsfähig bleiben? Schnell noch einmal alle Wäschekörbe geleert und durchgewaschen, um mit einem prallgefüllten Kleiderschrank zu beginnen. Und weil das Ganze sonst zu einfach war, wurden die Mitbewohner nicht eingeweiht.

Erwartungsgemäß verliefen die ersten Tage ereignislos, lediglich der Wäschekorb wurde voller, während der Kleiderschrank im Gegenzug kaum merklich leerer wurde. Jeden Tag die Qual der Wahl, welches Teil es denn heute sein darf in dem Wissen, daß man es so schnell nicht wieder anziehen kann.

Experiment verläuft fast eine Woche, bevor etwas aufgefallen ist

Der männliche Mitbewohner ließ sich an Tag 9 zu der Frage hinreißen: „Ist was mit der Waschmaschine?“, aber die Antwort blieb ich schuldig. Erst als er an Tag 13 fragte, ob ich demnächst BHs verbrennen werde oder vielleicht einfach doch sagen könnte, was los sei, wurde er miteinbezogen, erklärte das Experiment für sich dann allerdings leider für beendet, da ihm nur noch wenige Unterhosen verblieben waren. Der pubertierende Mitbewohner konnte die Aufregung nicht ganz verstehen, sein Unterwäschevorrat war fast unangetastet…

Das Pubertier hat in seiner Unwissenheit tapfer mit mir durchgehalten. Als sein Lieblingspulli der Tomatensauce zum Opfer viel und nicht wie gewohnt kurz darauf wieder frisch gewaschen im Schrank lag, fiel auch ihm dann auf, daß irgendetwas anders war. Mehr als ein müdes Augenrollen und Schulterzucken rief es dann aber doch nicht hervor.

Früher war nicht alles besser

Neben der Kleidung fallen hier auch Unmengen von Handtüchern an, die nassen Pfoten wollen nach dem Spaziergang trocken getupft werden, auch die Körbchen und Decken riechen nicht ganz so besucherfreundlich ohne regelmäßige Reinigung. Tja, jeder mußte Opfer bringen.

Abbruch!

An Tag 24 gab ich mich dann aber auch geschlagen. Nicht an Wäsche fehlte es, sondern an Platz, um die getragene Wäsche zu stapeln. Die Waschküche war dekoriert mit zahlreichen Stapeln und vollen Wäschekörben. Und trocknen mußte die Wäsche nach dem Waschen ja auch noch.

Fazit:

Der pubertierende Mitbewohner ist nun mehr denn je davon überzeugt, daß 4 Unterhosen für einen beliebig langen Zeitraum völlig ausreichend sind. Der männliche Mitbewohner hat endlich der Anschaffung eines Trockners zugestimmt und ich? Ich muß ganz eindeutig shoppen, um auf den nächsten Stromausfall vorbereitet zu sein!

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